Mein Weg zum Schamanismus — Wie die geistige Welt mich fand

Ein Weg, den ich nicht gesucht habe

Ich habe Schamanismus nicht gewählt. Er hat mich gewählt.

Das klingt vielleicht wie eine Floskel. Wie etwas, das jemand sagt, um sich interessant zu machen. Aber es ist die schlichteste Wahrheit, die ich über meinen Weg erzählen kann: Nichts davon war geplant. Nichts davon stand auf meiner Wunschliste. Und wenn mir jemand vor Jahren gesagt hätte, dass ich einmal als Schamane leben würde — im Dienste aller fühlenden Wesen — hätte ich ihn vermutlich für verrückt erklärt.

Aber die geistige Welt fragt nicht nach deinen Plänen.

Das Leben davor

Rückblickend waren die Zeichen immer da. Ich habe schon immer gespürt, dass ich anders war — ohne benennen zu können, was dieses „anders" bedeutete.

Als Kind kletterte ich auf Bäume, um dort oben mein Frühstück zu essen. Nicht aus Trotz. Es fühlte sich einfach richtiger an als der Frühstückstisch. Näher an dem, wo ich hingehörte. Schon früh hatte ich Träume, die lebhafter waren als die meisten meiner wachen Stunden — wundersame Erlebnisse in Welten, die sich realer anfühlten als der Alltag. Aber als Kind fehlten mir die Worte und der Rahmen, um zu verstehen, was da geschah. Meine Erziehung, mein Umfeld, nichts davon bot eine Erklärung für das, was ich erlebte.

Und dann waren da die Verstorbenen. Verwandte, die gegangen waren und die ich wiedersah. Nicht in meiner Vorstellung, nicht als Erinnerung. Als Begegnung. Für mich war der Tod schon damals nicht das Ende aller Existenz, sondern ein Übergang. Eine Tür zu einer anderen Ebene des Seins. Aber ich konnte das nicht einordnen. Ich hatte niemanden, der mir sagte: Das, was du erlebst, ist real. Das hat einen Namen. Das hat eine Tradition.

Also lebte ich ein ganz normales Leben. Schule, Alltag, die Dinge, die Menschen eben tun. Ich war kein spiritueller Sucher. Ich hatte keine Bücher über Bewusstseinserweiterung auf dem Nachttisch. All diese frühen Erfahrungen lagen unter der Oberfläche — spürbar, aber nicht greifbar. Wie eine Sprache, die ich hörte, aber noch nicht verstand.

Und vielleicht war genau das die Voraussetzung.

Denn die geistige Welt sucht sich nicht die Menschen aus, die am lautesten nach ihr rufen. Sie sucht sich die aus, die bereit sind — auch wenn sie selbst es noch nicht wissen. Wie ich in meinem Artikel Was ist ein Schamane beschrieben habe: Ein Schamane wird berufen, nicht ausgebildet. Und diese Berufung kommt selten mit einer freundlichen Einladung.

Der Moment, der alles veränderte

Es gibt einen Moment in meinem Leben, der eine klare Linie zieht. Ein Vorher und ein Nachher. Eine Erfahrung, die so tief ging, dass sie mein gesamtes Verständnis von Realität, von Trennung, von dem, was „ich" bin, unwiderruflich verändert hat.

Es war eine außerkörperliche Erfahrung, ungeplant, ungesucht, überwältigend. In dieser Erfahrung wurde mir etwas bewusst, das sich nicht in Worte fassen lässt, ohne dass die Worte zu klein werden: die untrennbare Verbundenheit mit allem, was in der Schöpfung existiert. Nicht als Idee oder Konzept, sondern als unmittelbare, gelebte Realität.

Ich erfuhr das Leid der Welt. Nicht abstrakt, nicht aus der Distanz, sondern als wäre es mein eigenes. Das Leid jedes fühlenden Wesens, das atmet, das fühlt, das leidet. Und gleichzeitig die unfassbare Schönheit dessen, was uns alle verbindet.

Es war der schmerzhafteste und der schönste Moment meines Lebens. Gleichzeitig.

Wenn du die vollständige Geschichte lesen möchtest — wie diese Erfahrung sich entfaltet hat und was danach geschah — findest du sie auf meiner Seite Meine Vision. Hier möchte ich darüber sprechen, was dieser Moment in Bewegung gesetzt hat.

Was danach kam

Nach einer solchen Erfahrung gibt es zwei Möglichkeiten: Du verdrängst sie und versuchst, in dein altes Leben zurückzukehren. Oder du folgst dem, was sich gezeigt hat.

Ich habe beides versucht.

Die Verdrängung funktioniert nicht. Nicht, weil du es nicht willst, sondern weil etwas in dir weiß, dass du gesehen hast, was wahr ist. Und diese Wahrheit lässt sich nicht mehr ungesehen machen. Sie klopft. Leise zuerst, dann lauter. In Träumen, in Begegnungen, in Momenten, in denen die Welt kurz den Schleier lüftet und du wieder spürst: Da ist mehr.

Also folgte ich. Nicht mutig, nicht entschlossen. Eher stolpernd, zweifelnd, oft widerwillig. Die geistige Welt ist geduldig, aber sie ist auch hartnäckig. Und irgendwann verstand ich, dass es kein Zurück gibt. Nicht weil mir der Weg versperrt war, sondern weil alles andere sich falsch anfühlte.

Der Initiationsweg

Was folgte, war kein Seminar. Kein Wochenendkurs. Keine „Schamanische Ausbildung in 12 Modulen". Es war ein Initiationsweg, ein langer, oft schmerzhafter Prozess, in dem die geistige Welt mich Stück für Stück vorbereitete. Prüfungen, Aufgaben, Visionen, die mein Weltbild zertrümmerten. Erfahrungen, die mich an meine Grenzen brachten und darüber hinaus.

Dieser Weg ist nicht abgeschlossen. Er wird es nie sein. Er wird tiefer — und er führt den Schamanen durch sein ganzes Leben.

Was ich auf diesem Weg gelernt habe, lässt sich nicht in einem Artikel zusammenfassen. Aber die Essenz ist einfach: Alles ist verbunden. Trennung ist eine Illusion. Und wenn du das einmal wirklich erkannt hast — nicht im Kopf, sondern im tiefsten Kern deines Seins — dann verändert sich alles. Nicht die Welt um dich herum. Aber die Art, wie du in ihr stehst.

Warum ich das erzähle

Nicht, um mich besonders darzustellen oder Eindruck zu machen. Sondern weil ich weiß, dass viele Menschen ähnliche Erfahrungen machen — und sich damit allein fühlen.

Vielleicht hast du Dinge erlebt, die du dir nicht erklären kannst. Vielleicht spürst du seit langem, dass da mehr ist. Vielleicht hat dich etwas berührt, ein Traum, eine Begegnung, ein Moment in der Natur, der dich nicht mehr loslässt.

Du bist nicht verrückt. Du bist nicht allein. Und du musst kein Schamane werden, um diesen Ruf zu ehren.

Was Schamanismus ist und was schamanische Werkzeuge für dein Leben bedeuten können — unabhängig von einer Berufung — habe ich in meinen anderen Artikeln beschrieben. Jeder Mensch trägt die Veranlagung, bewusster mit der geistigen Welt in Kontakt zu treten. Es braucht dafür keine Berufung. Nur Offenheit.

Im Dienste aller fühlenden Wesen

Mein Weg hat mich hierher geführt. Nach Lehrte bei Hannover, wo ich schamanische Begleitung, Satsang und Darshan anbiete. Nicht als Geschäft — als Berufung.

Was ich in jener Erfahrung erkannt habe, ist kein Zustand, der kommt und geht. Es ist das Fundament, auf dem alles steht, was ich tue. Jede Sitzung, jeder Heilkreis, jedes Satsang.

Im Dienste aller fühlenden Wesen. Das ist kein Motto. Das ist der Grund, warum ich hier bin.

Wenn du das Gefühl hast, dass dein eigener Weg dich zu einer Frage führt, die du nicht allein beantworten kannst — lass uns ins Gespräch kommen. Nicht als Guru und Schüler, sondern als zwei Menschen auf dem Weg.

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Was ist ein Schamane — und was nicht